Hund und Katze: Unterschiede in der Ernährung

So wie in der Menschenwelt, gibt es auch in der Tierwelt die verschiedensten Ernährungsformen. Vor allem bei Hundebesitzer*innen gehen die Meinungen oftmals auseinander. Während die einen auf Trockenfutter vertrauen, setzen andere vollkommen auf BARF, also die biologisch artgerechte Rohfütterung. Doch bevor man einen genaueren Blick auf die einzelnen Aspekte der unterschiedlichen Ernährungsformen wirft, sollten gewisse Grundkenntnisse über das Fressverhalten von Hunden und Katzen vorhanden sein, da sie sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden.

Ernährungsunterschiede im Fokus: das Fressverhalten des Hundes

Es ist weitläufig bekannt, dass der Hund vom Wolf abstammt. Dieser fällt in die Kategorie der Carnivoren, wobei man den Hund tatsächlich eher zu den Carni-Omnivoren (Fleisch-Allesfresser) zählen kann. Denn durch die Domestikation hat sich nicht nur sein Aussehen, sondern auch sein Verdauungsapparat verändert und angepasst. Der Hund ist somit ein Schlingfresser und schafft es ohne Probleme, große Mengen innerhalb kürzester Zeit aufzunehmen. Dadurch ist der Magen auch in der Lage, sich sehr weit auszudehnen. In vielen Fällen kommt es vor, dass der Hund seine „Beute“ an einem ruhigen Ort erbricht und dort weiterfrisst. Im Vergleich zur Katze verfügt der Hund beispielsweise über mehr Amylase. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das Stärke spaltet und sich im Speichel befindet. Auch der Darm des Hundes ist im Verhältnis länger, wodurch sich der Nahrungsbrei länger im Organismus des Tieres befindet als bei Katzen. Mit seinem Gebiss ist der Hund auch in der Lage, grobe Fleischstücke zu zerreißen oder Knochen – am besten weiche – zu zerbeißen.

Ernährungsunterschiede im Fokus: das Fressverhalten der Katze

Die heutige Hauskatze stammt von der Falbkatze oder auch der afrikanischen Wildkatze ab. Ihre Mahlzeit teilt sie sich in mehrere – genau genommen in bis zu 16 kleine Mahlzeiten – auf. Dies sollte auch bei der Fütterung berücksichtigt werden, um das Leben der Katze artgerecht zu gestalten. Sie zählt zu den Carnivoren, was bedeutet, dass sie sich ausschließlich von Fleisch ernährt. Im Gegensatz zum Hund frisst die Katze sehr langsam und gemächlich – so als würde sie ihr Mahl in vollen Zügen genießen. Des Weiteren sind Stubentiger auch keine fleißigen Trinker, da sie Flüssigkeit direkt über die Nahrung, also über das Blut des Beutetieres oder die Flüssigkeit im Nassfutter, aufnehmen. Aus fließenden Quellen trinken sie jedoch gerne. Daher empfiehlt es sich, einen Trinkbrunnen einzusetzen oder mehrere Wasserschüsseln im Wohnraum zu verteilen. Auf ihrem Streifzug durch das Haus oder durch die Wohnung nimmt die Katze so eher Wasser auf als bei einer Platzierung direkt neben der Futterschüssel.

Ernährungsunterschiede bei Hund und Katz im Überblick:

Pflanzliche Komponenten können von beiden Gattungen nur sehr schwer aufgespalten werden und befinden sich dementsprechend lange im Verdauungstrakt. Die benötigten Nährstoffe müssen schnell verfügbar sein, was am besten durch Bestandteile tierischer Herkunft gelingt. Die Katze hat im Vergleich zum Hund auch einen erhöhten Eiweiß-Bedarf, da sie ständig Nährstoffe benötigt und diese nur im tierischen Eiweiß in optimaler Form zur Verfügung gestellt bekommt. Katzen verfügen außerdem über eine erhöhte Aktivität der Leberenzyme, die Eiweiß in Energie umwandeln.

Sollte eine Katze also zu viel Gewicht haben, wäre ein Fasten der falsche Weg, da sie niemals länger als 24 Stunden (bei Jungtieren und adipösen Tieren) bzw. 48 Stunden (bei erwachsenen, schlanken Tieren) keine Mahlzeit zu sich nehmen darf. Durch die erhöhte Leberenzymaktivität kommt es zum sofortigen Abbau von Muskulatur und die Aktivität der Leberenzyme kann nicht mehr reguliert werden. Bei einseitiger bzw. eiweißreduzierter Fütterung kann so eine Fettleber, oder auch hepatische Lipidose genannt, entstehen. Hierbei werden Fetteinlagerungen eingeschmolzen, um Energie zu gewinnen. Diese Fette gelangen in die Leberzellen, welche wiederum völlig überfordert sind und dort das Fett einlagern. Somit werden sie in ihrer Funktion behindert und es kommt zum Leberversagen. Daher ist es besonders wichtig, dass Katzen stets mehrere Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen. Wie bereits erwähnt darf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ebenso nicht außer Acht gelassen werden, da auch die Blase sowie die Niere der Katze sehr empfindlich sind.

Wie sich nun herausfinden lässt, welche Fütterungsart am besten zum eigenen Vierbeiner passen könnte, wird in den folgenden Beiträgen verraten.