Übergewicht bei Haustieren: Was können wir unternehmen?

Es steht fest, dass Übergewicht und Fettleibigkeit zu den häufigsten Problemen unserer Haustiere zählen. Bevor jedoch eine Diät angesetzt wird, ist es wichtig, das Tier einem Tierarzt bzw. einer Tierärztin vorzustellen und auf mögliche bestehende Erkrankungen untersuchen zu lassen, die der Gewichtszunahme zugrunde liegen könnten. Sofern etwaige Vorerkrankungen ausgeschlossen wurden, können auch Tierhalter*innen selbst im Alltag auf gewisse Dinge achten.

1.) Gute Kohlenhydrate wählen

Wenn Kohlenhydrate gefüttert werden, ist es wichtig, zu guten Kohlehydraten mit einem niedrigen glykämischen Index zu greifen. Damit ist zum Beispiel sogenanntes Pseudogetreide (Quinoa, Amaranth oder Buchweizen) gemeint. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Sorten auch glutenfrei sind und die Darmschleimhaut weniger reizen.

Ungesunde Kohlehydrate (z.B. Nudeln, Brot, Cerealien) reizen im Gegensatz dazu die Darmschleimhaut und haben einen hohen glykämischen Index, was die Einlagerung von Fett zusätzlich fördert. Viele dieser ungesunden Kohlenhydrate befinden sich in kommerziellen Futtermitteln des Massenmarktes, die verarbeitetes Getreide enthalten. Zucker- und stärkehaltige Nahrungsmittel wirken zudem entzündungsfördernd, was wiederum die Gewichtsreduktion des Tieres sabotieren kann.

2.) Auf hochwertiges und bioverfügbares Eiweiß achten

Eiweiß ist ein wichtiger Bestandteil in der Ernährung und dient zum Aufbau und zur Regeneration von Gewebe. Darum ist es auch wichtig, bei der Gewichtsreduktion nicht gänzlich darauf zu verzichten, um die Magermasse zu erhalten. Eine ideale Diät enthält also viel Eiweiß, mäßig viel Fett und wenig Kohlenhydrate.

Ein Superfood-Beispiel zum Thema Fett ist das wertvolle Kokosöl. Dieses steckt voller gesundheitsfördernder Eigenschaften, die von der Stärkung des Immunsystems bis zum Schutz des Herzens reichen. Es wird unter anderem auch anders verdaut als andere Fette und produziert mehr körpereigene Wärme. Diese erhöht wiederum die Stoffwechselaktivität und bringt überschüssige Kilos zum Purzeln.

Auch Omega-3-Fettsäuren sind bei Entzündungsprozessen essenziell, da sie entzündungshemmend wirken und eine Eiweißart sind, die Gene aktivieren, welche für die Fettverbrennung zuständig sind. L-Carnitin ist eine Aminosäure, die in der Niere und in der Leber aus Lysin und Methionin hergestellt wird. Durch die Gabe von L-Carnitin wird Stickstoff zurückgehalten, was wiederum die Steigerung der Magermasse und Reduktion der Fettmasse zur Folge hat.

3.) Vorsicht bei Diät-Futtermitteln

Natürlich ist es für Tierhalter*innen einfacher, kommerzielles Diätfutter zur Gewichtsreduktion zu verabreichen. Die Frage, ob dies tatsächlich den erwünschten Effekt erzielt, lässt sich nur mit großer Vorsicht mit „Ja“ beantworten. Denn dabei sollte immer berücksichtigt werden, dass in industriell hergestelltem Futter oft …

  • zahlreiche schlechte Kohlenhydrate,
  • entzündungsfördernde Zutaten (wie zum Beispiel Maisklebermehl, Soja, Vollkornmais, oder Vollkornweizen) und
  • nicht ausreichend qualitativ hochwertige und bioverfügbare tierische Eiweiße (hier oft als Tiermehl bezeichnet) enthalten sind.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, qualifizierte Tierärzte bzw. -ärztinnen oder Ernährungsberater*innen aufzusuchen, um einen Ernährungsplan zur langsamen Gewichtsreduktion zu erstellen, der auf frischen und vollwertigen Futtermitteln aufbaut. So steht einem gesunden und vitalen Leben nichts mehr im Weg.