Würmer, Milben und mehr: Parasiten unter der Lupe

Der Frühling hat bereits Einzug gehalten, doch nicht nur unsere Vierbeiner werden wieder aktiver und verbringen mehr Zeit im Freien. Auch die Parasiten erwachen aus dem Winterschlaf und bergen Gefahren, die von Tierhalter*innen nicht unterschätzt werden sollten. Während wir uns im vergangenen Artikel auf Zecken und Flöhe konzentriert haben, gibt es Einiges, das Besitzer*innen auch über Parasitenarten wie Würmer und Flöhe wissen sollten.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Arten von Parasiten:

  • Ektoparasiten: Sie befinden sich außen auf dem Tier und ernähren sich von Gewebsflüssigkeit, Blut oder Hautsubstanzen.
  • Endoparasiten: Sie befinden sich im Inneren des Wirtes, bei ihnen kann noch zwischen extrazellulär (außerhalb der Zelle) und intrazellulär (innerhalb der Zelle) unterschieden werden.

Ein Parasit ist ein Organismus, der sich von anderen Lebewesen (Wirten) ernährt oder diese zu Fortpflanzungszwecken befällt. Unterteilt werden sie hierbei in Mikroparasiten (z.B. Giardien) und Makroparasiten (Würmer, Zecken, Milben, Läuse, Flöhe). Vor allem das Klima der Mittelmeerländer bringt jedoch zahlreiche weitere Parasitenarten, wie zum Beispiel Herz- oder Lungenwürmer, Stechmücken oder die braune Hundezecke mit sich. Vor diesen zusätzlichen Gefahren sollten unsere Haustiere ganz besonders geschützt werden, da manche sogar tödlich für sie sein können.

Als ersten wichtigen Schritt sollten sich Haustierbesitzer*innen bestmöglich über die gängigsten Parasitenarten und deren Symptome informieren, um im Fall der Fälle so früh wie möglich eingreifen zu können.

Gut zu wissen: Würmer

Würmer finden auf unterschiedliche Wege in das Tier. Der Kontakt mit infektiösen Eiern oder Larven aus dem Kot durch das Beschnuppern von bereits befallenen Artgenossen ist einer davon. Dazu muss der Kothaufen nicht mehr erkennbar sein. Die robusten Eier verteilen sich schnell in der Umgebung und können dort viele Monate oder gar Jahre ausharren, bis sie von einem neuen Wirt – darunter Hunde, Katzen, Menschen oder auch andere Tiere – wieder aufgenommen werden. Sie können aber genauso von der Halterin bzw. vom Halter selbst an den Schuhen nach Hause getragen werden oder haften schlicht und einfach außen am Tierfell. Werden die Eier über das Maul aufgenommen, lösen sie still und leise eine Wurminfektion aus.

Je nach Immunstatus, Alter des Tieres und Wurm-Art führen Magen-Darm-Trakt-Parasiten zu sehr unterschiedlichen Symptomen. Teilweise zeigen Hunde zu Beginn der Infektion gar keine Symptome. Wenn ein Wurmbefall lange unentdeckt bleibt, äußern sich jedoch klare Anzeichen.

Mögliche Symptome, die auf eine Wurminfektion hinweisen können:

  • Bauchschmerzen
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Blutiger Kot
  • Abmagerung
  • Schlechtes / stumpfes Fell
  • Kein Appetit
  • Schlittenfahren (Hund zieht das Hinterteil am Boden nach aufgrund von Juckreiz im Analbereich)
  • Exzessives Belecken des Analbereiches
  • Dicker Bauch trotz minderem Appetit (sogenannter „Wurmbauch“, der auf einen massiven Befall hindeutet)
  • Husten
  • Hautreizungen
  • Anfälligkeit für Krankheiten
  • Mangelerscheinungen im Nährstoffhaushalt

Die Palette an Würmern ist riesig. Es gibt Würmer, welche durch die Aufnahme von Wurmeiern (über die Nase oder das Maul, durch Schnuppern oder oral) in den Organismus des Tieres gelangen oder durch die Aufnahme des Parasiten selbst.

Potenzielle Quellen können sein:

  • Mit Wurmeiern behaftete Erde, Sand oder Gestrüpp
  • Futter- und Trinknäpfe (Vorsicht bei öffentlichen Trinknäpfen)
  • Gegenstände wie Spielzeug
  • Das Fell infizierter Hunde und Katzen, auf welchem Wurmeier haften
  • Verunreinigte Lebensmittel wie Obst und Gemüse
  • Verdorbenes Futter (Kompost, etc.)

Zu den bekanntesten Wurmarten, die durch die Aufnahme von Wurmeiern übertragen werden, zählen unter anderem der Bandwurm, der Hakenwurm, der Peitschenwurm, der Spulwurm, der Lungenwurm und der Speiseröhrenwurm. Wurmbefälle ausgelöst durch Parasiten sind zum Beispiel der Herzwurm (zählt auch zu den Fadenwürmern, übertragen durch Stechmücken), der Fadenwurm (übertragen durch Stechmücken oder auch Nagetiere, die als Zwischenwirt fungieren) und der Gurkenkernbandwurm (zählt zu den Bandwürmern und wird durch Flöhe und Läuse übertragen).

Neben dem Magen-Darm-Trakt nisten sich Würmer auch in anderen Organen ein. Die damit verbundenen Symptome lassen nicht gleich auf einen Wurmbefall schließen. Beispielsweise kommt es bei einem Lungenwurmbefall zu allergischen Reaktionen, Atemnot oder starkem Husten. Bei einem Herzwurm-Befall reichen die Symptome von minimalen Herzgeräuschen bis hin zum spontanen tödlichen Herz-Kreislauf-Kollaps.

Gut zu wissen: Milben

Ein Milbenbefall kann beim Tier Haarausfall, heftigen Juckreiz und schwerwiegende Hautsymptome wie Schuppen, Papeln, Pusteln und Krusten auslösen.

Einige der bekanntesten Milbenarten sind die folgenden:

  • Demodex Milbe: Befallene Körperregionen sind einzelne, lokale Hautstellen mit Veränderungen bis hin zu großflächigen Läsionen über den gesamten Körper. Besonders gefährdet sind junge Hunde mit speziellem Gendefekt und Hunde mit geschwächtem Immunsystem.
  • Grabmilbe: Befallene Körperregionen sind Ohren, Schnauze, Bauch, Ellbogen sowie Sprunggelenke. Ein Befall des gesamten Körpers ist ebenfalls möglich. Besonders gefährdet sind aktive Hunde, die häufig Kontakt zu Artgenossen haben oder in Berührung mit Füchsen, Fuchsbauten oder -kot kommen.
  • Herbstgrasmilbe: Befallen sind jene Körperregionen des Hundes, die Bodenkontakt haben. Darunter fallen insbesondere Kopf, Ohren, Beine, Pfoten und Bauch. Aktive Hunde, die häufig Auslauf im Grünen haben sind besonders gefährdet.

Abschließend ist es jedoch wichtig erneut zu betonen, dass beim Thema Parasiten die zeitgemäße und richtige Prophylaxe absolut entscheidend ist. Nur so können jene Krankheiten, welche ein Parasitenbefall möglicherweise hervorruft, abgewendet und die Gesundheit des Tieres beibehalten werden. Auch mit der richtigen Ernährung können Tierhalter*innen viel bewirken, da sich der Grundbaustein der Tiergesundheit nach wie vor aus einem starken Immunsystem und einer funktionierenden Darmflora zusammensetzt.